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Flexibles Holzerntesystem in Nova Scotia

Das Holzerntesystem von Shawn MacPhee basiert auf der 845-Plattform von Tigercat und umfasst inzwischen auch einen 1055D Forwarder. Die kosteneffiziente Ernte von schwach dimensioniertem Holz auf immer kleineren Einschlagsflächen erfordert den Einsatz von Maschinen mit einem flexiblen Einsatzkonzept.

— Paul Iarocci

Shawn MacPhee, Inhaber von Shawn MacPhee Enterprises Limited, beschreibt die Entstehung seines Unternehmens in Nova Scotia kurz und knapp so: „Ich habe als Mechaniker angefangen, bin dann ins Transportwesen gewechselt und habe 1997 mit der Holzernte begonnen.“ In den Anfangsjahren setzte Shawn mehrere Rad-Harvester und Forwarder ein. Zunächst lieferte das Unternehmen an die Bowater Mersey Paper Company. Als das Werk 2012 den Betrieb einstellte, richtete Shawn sich neu aus und belieferte fortan andere Sägewerke und Märkte.

Um 2004 kaufte er seinen ersten gebrauchten Harvester der Tigercat Serie 845, was den Beginn seines Umstiegs von Rad- auf Raupenfahrzeuge markierte. Heute basiert Shawns Holzerntesystem auf der 845-Plattform. Im Jahr 2014 erwarb Shawn bei der Wajax-Niederlassung in Dartmouth einen neuen H845C. Seitdem betreut Sandy Hodgson, Vertriebsspezialistin bei Wajax, den Großteil von Shawns Neumaschinenbedarf.

Shawn bedauert, dass die 845-Plattform eingestellt wurde. Für die Holzarten und Einsatzbedingungen, mit denen er in der Regel zu tun hat, sei sie die ideal dimensionierte Maschine gewesen, die die Arbeit zu geringeren Betriebskosten erledige als größere Harvester. Außerdem, so sagt er, lasse sie sich einfacher von Einsatzstelle zu Einsatzstelle transportieren. Er schätzt die lange Lebensdauer des leichteren F8-Fahrwerks und die geringeren Kosten, die mit einer Überholung des Laufwerks verbunden sind. Sie verbraucht weniger Kraftstoff als größere Maschinen und senkt damit die Betriebskosten. Für die Geländeverhältnisse und Stammdimensionen bietet sie die gesamte erforderliche Schwenkkraft. Shawn ist überzeugt, dass es für das Holz, mit dem er üblicherweise zu tun hat, keine andere Maschine gibt, die kosteneffizienter mehr Volumen ernten könnte. Seiner Meinung nach ist der ER-Ausleger insbesondere bei der Ernte am Stumpf für den Fahrer von großem Vorteil.
Vor sieben Jahren kaufte er bei Wajax den ersten Fällbündler der Tigercat Serie 845-E. Shawn setzte den Fällbündler vier Jahre lang durchgehend ein, bis er abbezahlt war. Heute kann er es sich leisten, ihn gezielter einzusetzen. Mit nur 12.000 Betriebsstunden auf dem Zähler „wird uns dieser Fällbündler noch lange erhalten bleiben“ sagt er und merkt an, dass in Nova Scotia heutzutage nur noch sehr wenige Holzfäller mit einem Bündler arbeiten. „Es ist einfach zu kostspielig. Bei minderwertigem Holz kann der Fällbündler jedoch von Vorteil sein, insbesondere wenn der Auftrag eine saubere Fläche verlangt.“ Der Fällbündler ist unverzichtbar bei Kahlschlagarbeiten, bei denen alles – verwertbares ebenso wie nicht verwertbares Holz – gefällt werden muss. Shawn schätzt den Fällbündler außerdem für Schulungszwecke. Einen unerfahrenen Fahrer auf einem Fällbündler einzuarbeiten, ist deutlich einfacher als auf einem Harvester, und angesichts eines begrenzten Arbeitskräfteangebots und einer alternden Belegschaft gehört die Ausbildung junger Fahrer ohne Vorerfahrung inzwischen zum Alltag.

Das Unternehmen setzt außerdem zwei H845D Harvester ein, die 2017 und 2018 neu bei Wajax gekauft wurden, sowie einen H845B mit 42.000 Betriebsstunden. Je nach Auftrag kann Shawn also entweder mit dem Fällbündler fällen und anschließend vor Ort aufarbeiten, oder ein echtes CTL-System einsetzen, bei dem direkt am Stumpf gefällt und aufgearbeitet wird. „Bei ordentlichem Holz ist der Harvester, der direkt am Stumpf schneidet, wirtschaftlicher – etwas langsamer, aber mit deutlich geringeren Betriebskosten.“ Die Hauptprodukte sind Bauholz, Faserholz, Brennholz und Biomasse. Die Stämme sind in der Regel nicht stark genug, um viele Sägerundhölzer zu liefern.
Shawn ist viel unterwegs. Er arbeitet ausschließlich in Privatwäldern, und die Einschlagsflächen werden immer kleiner. „20 bis 40 Hektar gelten heute schon als großer Auftrag“, sagt er. Mit mehreren Maschinen und einem flexiblen Holzerntesystem kann Shawn seine Maschinen auf verschiedene Einsatzstellen aufteilen oder das Erntesystem optimal an die Anforderungen des jeweiligen Auftrags anpassen. Aus diesem Grund hält er neben seinen beiden regulären Forwardern auch einen Tigercat 1075C als Reserve bereit, der bei Bedarf bei Subunternehmern oder in den eigenen Teams eingesetzt werden kann.

Seine neueste Maschine ist das aktuelle Forwarder-Modell von Tigercat, der 1055D. Shawns Maschine ist der erste 1055D, der seit der Einführung des komplett neu entwickelten Modells im vergangenen Sommer im regulären Produktionsbetrieb läuft. Er räumt ein, dass es durchaus ein Wagnis war, auf eine brandneue, noch unerprobte Maschine zu setzen. „Es war Chris Baldwin, der Bezirksleiter von Tigercat, der mir die Gewissheit und das Vertrauen gab, mich für den 1055D zu entscheiden“, sagt Shawn. „Er ist ein toller Kerl. Sie können sich glücklich schätzen, ihn zu haben. Er hat mich und Nathan besser behandelt als jeder andere, mit dem ich jemals zu tun hatte.“
Shawns Sohn Nathan arbeitet seit seinem Highschool-Abschluss als Maschinenführer im Wald. Er ist der Hauptfahrer des neuen 1055D und hat auch schon Erfahrung auf dem 1075C. Als Shawn den gebrauchten 1075C erwarb, hat Chris die Steuerung neu verkabelt, um sie an Nathans eingeschränkte Funktionsfähigkeit der rechten Hand anzupassen. Das war eine große Aufgabe, die Shawn nachhaltig beschäftigte. Auf Wunsch wurde der 1055D bereits ab Werk so ausgeliefert, dass die Hauptfunktionen auf die linke Steuerkonsole und den Joystick verlegt wurden.

„Nathan ist ein großartiger Junge“, sagt Shawn. „Er ist morgens der Erste auf der Einsatzstelle und abends der Letzte, der geht. Wegen seiner Einschränkung arbeitet er noch härter, um dies auszugleichen, und oft ist er auch samstags und sonntags im Einsatz.“ Shawn sagt, die kleinere und leichtere Maschine sei für die Bedürfnisse des Unternehmens viel besser geeignet als der große 1075C. „Das Holz dort heute, das ist für uns schon starkes Holz. Normalerweise haben wir es mit Bäumen zu tun, aus denen wir zwei Stücke Bauholz herausholen.“ Shawn erklärt, dass sie im Rahmen ihrer Durchforstungsarbeiten auch Transportarbeiten für Irving durchführen. „Und wir arbeiten viel für Tufts Forestry, die seit dem Hurrikan Ernesto im Jahr 2024 Sturmholz ankaufen. Der 1055D passt einfach besser zu allem, was wir machen.“
Die zahlreichen Verbesserungen hinsichtlich Wartung und Zugang zu Komponenten, die in den 1055D integriert wurden, schätzt Nathan sehr. Ihm gefällt die neue motorbetriebene Frontklappe, und er begrüßt den einfachen Zugang zu den Batterien, die in ein Außenfach auf der rechten Seite der Haube verlegt wurden. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich ein großer Stauraum für Werkzeuge, in dem auch der Haupttrennschalter untergebracht ist. Zusätzliche Fächer für Ersatzschläuche, Abschleppketten und Werkzeuge befinden sich auf beiden Seiten der Maschine. Neben der motorbetriebenen Kabinenzugangsleiter an der Vorderseite gibt es in der Mitte des Fahrgestells eine manuell klappbare Leiter für den Zugang zum Kraftstofftank. Eine eigens vorgesehene Beleuchtung erhellt die täglichen Wartungsbereiche, einschließlich des Tankbereichs. Die Beleuchtung schaltet sich automatisch aus, wenn sie nach dem Tanken eingeschaltet bleibt. Nathan merkt an, dass die Schnellkupplung für die Hydraulikbefüllung sehr hilfreich ist.

Auch die Kabine bewertet er positiv: „Ich mag den Speisenwärmer in der Kabine – eine wirklich praktische Ausstattung. Auch der große Bildschirm des Steuerungssystems und der Rückfahrbildschirm gefallen mir. Ich mag die leichte Kabinentür. Die Bedienung ist sehr einfach. Die Heckscheibe ist riesig. Sie ist gewölbt, sodass man alles sehen kann. Wenn man den Kran ganz hochfahren muss, sorgen die Beleuchtung und das gewölbte Fenster für bessere Sicht. Die Rückfahrleuchte und die Kamera sind für mich eine enorme Hilfe.“ Nathan schätzt außerdem das Reifendruckkontrollsystem und sagt, dass die neue Kabine ein angenehmer Arbeitsplatz ist, mit großzügigen Stauräumen, um während langer Schichten Ordnung zu halten. „Die Bedienfelder sind besser. Alles fühlt sich einfach hochwertiger an.“ Nathan merkt außerdem an, dass die Kabine viel geräuschärmer ist.
Er bevorzugt außerdem die festen Ladeböden und weist darauf hin, dass die Teleskop-Ladeböden des 1075C im Winter festfrieren. „Die Größe dieser Maschine gefällt mir gut, weil wir oft auf engem Raum arbeiten. Wenn wir zum Beispiel Wege bauen und eine Brücke errichten, müssen wir auf beiden Seiten einen Puffer lassen, was es für eine große Maschine schwieriger macht, durchzukommen. Der 1075 ist für uns einfach zu groß.“

Das Unternehmen produziert rund 750 Tonnen pro Woche und transportiert die gesamte Menge mit einem firmen­eigenen Holztransporter sowie einem fest disponierten Lkw von Frank Daye Trucking. Shawn besitzt außerdem einen Lkw für den Maschinentransport. Auch wenn das Unternehmen heute weniger Volumen produziert als früher, sorgen der Wegebau und der Transport von Maschinen für andere Unternehmer für zusätzliche Einnahmen. In Nova Scotia gibt es zu Beginn des Frühjahrs eine sechswöchige Tauperiode. „Dann kommen alle Maschinen in die Werkstatt, aber wir versuchen, zumindest einen Harvester auch während dieser Zeit weiterlaufen zu lassen.“ Shawn übernimmt so viele Reparaturarbeiten wie möglich. „Wir versuchen, alle Mitarbeiter zu beschäftigen, und so haben sie während in der Tauperiode etwas zu tun.“

Das Unternehmen beschäftigt sieben oder acht Mitarbeiter. Bei Shawns Maschinenführern und Fahrern reicht die Spanne von jungen Nachwuchskräften bis hin zu einigen sehr erfahrenen Veteranen. Es ist eine anspruchsvolle lokalwirtschaftliche Branche, und allen Mitarbeitern ist gemeinsam, dass sie lange Arbeitszeiten in Kauf nehmen und ihre Arbeit mögen. „Es ist kein glorreicher Job, also muss man ihn wirklich mögen“, sagt Shawn. „Man muss gern im Wald arbeiten.“

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